Blick von der Langen Brücke zur Freundschaftsinsel

Foto: Peter Gäbelein

Alter Markt mit Nikolaikirche

Foto: Peter Gäbelein

Filmmuseum im ehemaligen Marstall

Foto: Peter Gäbelein

Blick über die Havel zum Hermannswerder

Foto: Peter Gäbelein

Aussichtspunkt Baumgartenbrück

Foto: Peter Gäbelein

auf dem Fontanewanderweg

Foto: Peter Gäbelein

Petzower Kirchturm

Foto: Peter Gäbelein

Schloss Petzow

Foto: Peter Gäbelein

Badestelle im landschaftlich geprägten Gutspark

Foto: Peter Gäbelein

ehemaliges Waschhaus im Petzower Gutspark

Foto: Peter Gäbelein

Bonsaigarten Ferch

Foto: Tilo Gragert

Hafen Ferch

Foto: Peter Gäbelein

bunte Häuservielfalt in Caputh

Foto: Peter Gäbelein

Caputher Kirche

Foto: Peter Gäbelein

Einsteinsommerhaus

Foto: André Eißer

 

 

 

Von Potsdam nach Caputh

Unbekannte Juwele rund um den Schwielowsee und den Templiner See

 7455     Die Tour in 15 Bildern     Tour auf Karte zeigen


Vorbei an Freundschaftsinsel, Filmmuseum, Petzow, dem Malerdorf Ferch und Caputh führt die Tour durch die Märkische Seenlandschaft - zu schönen Aussichtspunkten und drei sehenswerten Gärten: dem Gutspark Petzow, dem japanischen Bonsaigarten in Ferch und dem Altmann-Garten in Caputh.


Tourerstellung: Friederike Brundiers
In Zusammenarbeit: Perspektivmedien UG
Länge: 23 km • Dauer: 6 - 7 Stunden
Schwierigkeitsgrad: Geländeprofil - flach



Die Tour im Detail

Potsdam:
Freundschaftsinsel • Nikolaikirche • Filmmuseum • Dampfmaschinenhaus

Ausgangspunkt der großen Garten-Seen-Radtour entlang des Templiner Sees und rund um den Schwielowsee ist der Potsdamer Hauptbahnhof. Bereits 1848 existierte hier ein kleines klassizistisches Bahnhofsgebäude, welches den Wartenden zwischen Berlin, Magdeburg und Potsdam Schutz vor der Witterung und eine angenehme Wartezeit bot. Den Reisenden der damaligen Zeit wäre es wohl kaum möglich gewesen, einen Drahtesel zu besteigen, würden doch Rüschen und Schleifen besonders die Damen davon abhalten, dem Esel gehörig die Sporen zu geben. Doch Unsereins hat die Wahl zwischen Radlerhosen und Jeans und daher keine Schwierigkeiten, bequem die mehrstündige Tour in Angriff zunehmen. Letzter Proviant kann in der Mall des von dem Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner in den 1990er Jahren neu entworfenen Hauptbahnhofes erworben werden. Vom neuen Bahnhof führt der Weg in Richtung Potsdamer Innenstadt, über die Lange Brücke bis zur Freundschaftsinsel, die Karl Foerster durch seine Stauden-, Schau- und Sichtungsgärten prägte. Diese Insel ist so schön, dass es sich bereits hier lohnt, eine erste Pause einzulegen.

Es duftet und es blüht und das fast immerzu - dafür sorgen rund 100 000 Stauden, Rosen und Astern. Inmitten dieses Blumenmeeres befinden sich ein Pavillon mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer und bildender Kunst, eine Freilichtbühne mit rund 500 Sitzplätzen für verschiedene kulturelle Angebote und ein beliebter Sandspielplatz. Im Café und Restaurant „Daily Coffee“ mit Terrasse und Biergarten kann eine erste Verschnaufpause eingelegt werden. Es werden regelmäßig Gartenführungen angeboten und für Wasserbegeisterte gibt es die Möglichkeit, den Drahtesel vorübergehend gegen ein Bötchen einzutauschen und über die Havel zu paddeln. Wer sich von der Insel trennen kann, den führt der weitere Verlauf der Tour geradewegs über die Lange Brücke vorbei an der Baustelle des teilrekonstruierten Stadtschlosses (Entwurf: Peter Kulka), in das der Brandenburger Landtag einziehen wird, zum Alten Markt mit den markanten Bauwerken der Nikolaikirche und des alten Marstall, in dem sich das Filmmuseum Potsdam befindet. Die Nikolaikirche, deren beeindruckende Architektur bereits von der Freundschaftsinsel zu sehen war, entstand nach den Plänen des berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel. Der Zentralbau wurde durch die alles überragende Kuppel sechs Jahre später unter der Bauleitung von Ludwig Persius und später durch Friedrich August Stüler erweitert. Die Kirche ist täglich für Besucher geöffnet, gelegentlich finden Konzerte statt. Das Filmmuseum ist im ältesten Gebäude Potsdams beheimatet, welches im Jahre 1685 ursprünglich als Orangerie errichtet wurde und später den Königen als Reitpferdestall diente. Das wunderbare Gebäude wurde in der heutigen Form durch den Baumeister Knobelsdorff im 18. Jahrhundert geschaffen. Das Museum bietet wechselnde Ausstellungen zum Thema Film, die Dauerausstellung zu den Babelsberger Filmstudios und ein interessantes Kinoprogramm für Jung und Alt. Hinter dem Marstall liegt am Neuen Markt ein junges Haus in alten Mauern versteckt - das Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte. Es bietet ein lebendiges Forum für die Beschäftigung mit der Geschichte Brandenburg-Preußens.

Entlang der Breiten Straße geht es weiter bis zum Dampfmaschinenhaus, welches als solches nicht auf Anhieb zu erkennen ist. Wer vermutet schon eine Zweizylinder Dampfmaschine mit ca. 82 PS in der Hülle einer Moschee mit einem Minarett als Schornstein? Ludwig Persius erschuf auf Wunsch Friedrich Wilhelms IV. Mitte des 19. Jahrhunderts dieses außergewöhnliche Bauwerk. Die Dampfmaschine wurde zum Betreiben von Wasserspielen wie z.B. der Fontäne im Park Sanssouci benötigt. Heute befindet sich in der „Moschee“ ein Museum, welches den Besucher über die Geschichte des faszinierenden Bauwerks und über die Dampfmaschine informiert. Wer den bisherigen Verlockungen widerstanden, die Strecke also zügig hinter sich gebracht und die Museumsbesuche auf einen verregneten Tag verschoben hat, der kann nun Potsdam den Rücken kehren und sich auf zu den Ufern des Templiner Sees machen.

Stadtrand Potsdam:
Havelradweg • Luftschiffhafen • Aussichtspunkt Eisenbahnbrücke • Wildpark Pirschheide

Über die Breite Straße erreicht man schnell die Zeppelinstraße. Der gut ausgeschilderte Radweg führt zur Straße `Auf dem Kiewitt´, hier abbiegend, erreicht man bald die Havel mit schönem Blick in Richtung Hermannswerder. An diesem noch stark urban geprägten Uferabschnitt flussabwärts öffnet sich die Havel zum Templiner See mit einem beeindruckenden Panorama. Der tiefblaue See besticht vor allem durch seinen vielseitigen Verkehr. Weiße Segelschiffe, gut gefüllte Fahrgastschiffe, bunte Paddelboote, ausgefallene Hausboote, so manches Floß und der ein oder andere hart gesottene Wasservogel bevölkern den See.
Dem Radweg folgend, erreicht man bald den von Graf Zeppelin geplanten Luftschiffhafen. Im Jahre 1911 landete er hier das 10 Meter lange Luftschiff LZ 10 Schwaben. Nach mehreren Umnutzungen steht hier heute das pompöse Kongresshotel Potsdam. Vorbei an dem Hotel gelangt man zum Bahnhof Pirschheide, dieser war, was sich heute kaum noch erahnen lässt, zu Zeiten der ehemaligen DDR und bis in die 1990er Jahre hinein der Potsdamer Hauptbahnhof. Einen beeindruckenden Blick über den Templiner See hat man von der über eine Treppe zugänglichen Eisenbahnbrücke. Zurück auf der Radtour radelt man durch die bewaldeten Ufergebiete der Pirschheide. Hier ging die Obrigkeit seit dem 17. Jahrhundert tatsächlich auf die Pirsch. Vielleicht weil König Friedrich Wilhelm IV seinem Jagdglück auf die Sprünge helfen wollte, ließ er Mitte des 19. Jahrhunderts einen Wildpark anlegen, der ihm und den späteren Deutschen Kaisern zu vielen Jagdtrophäen verhalf. Der bekannte Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné entwarf die Außenanlagen, während Friedrich Ludwig Persius die Gebäude, wie z. B. Forsthäuser und die Wildmeisterei plante. Interessierte können durch das Forsthaus Südtor an der Straße nach Geltow in den Park gelangen. Das Areal erstreckt sich über 870 Hektar, daher sollte abgewogen werden, ob sich ein separater Besuch lohnen würde, auf dem auch die vielseitigen Veranstaltungen wie Waldkonzerte, Paddeltouren, geführte Wanderungen oder im Winter Weihnachtsmärkte erlebt werden können. Folgt man dem Radweg, erreicht man in kurzer Zeit Geltow.

Geltow, Petzow:
Baumgartenbrücke • Schloss • Gutspark und Kirche Petzow

Auf Höhe des Bahnhofes Caputh-Geltow führt eine kleine Landstraße nach Baumgartenbrück, ein bereits von Theodor Fontane als besonderer Aussichtspunkt beschriebener Ort. Ein wenig getrübt wird dieser Genuss durch die Bundesstraße B1, welche über die 1989 neu erbaute Baumgartenbrücke führt. Die erste Brücke wurde an dieser Stelle bereits im Jahre 1676 aus Holz errichtet, deren Mittelteil ließ sich zum Passieren der Schiffe öffnen. Bereits damals stellte sie einen wichtigen Verkehrsweg dar. Auch die Zollabgaben nicht nur für Pferd und Wagen, sondern auch für Schiffe waren nicht zu verachten. Hinter der Brücke links abbiegend führt ein gut ausgebauter, asphaltierter Radweg etwas entfernt von den Ufern des Sees nach Petzow. Als idyllischere Alternative kann man statt des straßenbegleitenden Radweges den Fontanewanderweg nutzen, ein schmaler Pfad markiert durch ein weißes Quadrat mit rotem Querstrich. Er ist nicht als Radweg ausgebaut, aber mit dem Fahrrad recht gut befahrbar und ufernah eine schöne Abwechslung auf dem Weg in Richtung des von Karl Friedrich Schinkel erbauten Schlosses Petzow.
Empfehlenswert ist ein ausgedehnter Spaziergang durch den von Peter-Joseph Lenné entworfenen Gutspark. Das Erklimmen des Kirchturms der Dorfkirche von Petzow, die ebenfalls von Schinkel entworfen wurde, wird mit einer wunderbaren Aussicht über die beidseits gelegenen Gewässer Glindower See und Schwielowsee belohnt. Die vielen Cafés laden erschöpfte Radler zu einer wohlverdiente Pause ein. Wer Butterbrote, Käse und Wein zur Stärkung mit sich führt, kann auf einer schönen Wiese an der Badestelle im Gutspark picknicken.

Ferch:
japanischer Bonsaigarten • Museum Havelländische Malerkolonie • Kunstpfad Ferch

Nach etwa 3 km, an der südwestlichen Spitze des Schwielowsees, erreicht man Ferch. Bereits etwa 50 Meter hinter dem Ortseingang befindet sich der japanische Bonsaigarten von Tilo Gragert. Der im Jahre 1996 angelegte Garten ist ein idyllischer Ort, der nicht nur Asienbegeisterte zum Teetrinken, Entspannen oder Meditieren einlädt.
Die wunderbare Lage des Ortes gab vermutlich den Ausschlag für die Entstehung der Havelländischen Malerkolonie, welche im 19. Jahrhundert durch Karl Hagemeister und Carl Schuch gegründet wurde. Wissbegierige können im gleichnamigen Museum mehr über Werk und Wirkung der Maler erfahren. Auf dem vom Museum angebotenen Kunstpfad Ferch können die ehemaligen Wirkungsstätten und Wohnhäuser der Künstler erkundet werden. Im Ortsinneren steht die im 17. Jahrhundert im Fachwerkstil erbaute charmante Fischerkirche. Sie ist außergewöhnlich, da das Tonnengewölbe die Form eines Kahns hat. Die Uferpromenade lädt nach der Erkundungstour zu einem gemütlichen Spaziergang entlang der Bootsanleger ein. Bei gutem Wetter bietet das Fercher Strandbad Wasserratten die Möglichkeit, in klarem Wasser zu baden.

Flottstelle:
Blockhaus-Jagdhütte • Lienewitzer Seen

In Richtung Caputh führt die Radtour weiter in Richtung der kleinen Siedlung Flottstelle. Ein besonderes Übernachtungsangebot der Oberförsterei Ferch bietet sich in etwa 200 Metern Entfernung zum Schwielowsee. Eine kleine Blockhaus-Jagdhütte mit großzügigem, weitläufigen Grundstück bietet Platz für bis zu 6 Personen. Von dort sind auch die Lienewitzer Seen im benachbarten Naturschutzgebiet gut zu erreichen.

Caputh:
Altmann-Garten • Schloss Caputh • Caputher Kirche • Sommerhaus Albert Einsteins

Nach 2 km erreicht man den Ort Caputh. Die touristisch bereits gut erschlossene Ortschaft birgt viele Sehenswürdigkeiten. So gelangt man bereits wenige 100 Meter nach der Ortseinfahrt hinter dem Bahnhof `Caputh Schwielowsee´ rechter Hand in Richtung des Krähenbergs zum Garten des 2005 verstorbenen Peter Altmann, Schüler des berühmten Staudengärtners Karl Foerster und selbst 28 Jahre als Obergärtnermeister auf der Freundschaftsinsel aktiv. Das Caputher Schloss mit Schlosspark, das im Park gelegene Kavaliershaus und die Caputher Kirche sind nur einige der bekannten und erkundenswerten Anlaufstellen des Ortes. Auch Albert Einstein muss die Atmosphäre dieses Ortes gefangen genommen haben, als er im Jahre 1929 den noch jungen Architekten Konrad Wachsmann beauftragte, sein Sommerhaus am Waldesrand zu errichten. Seit rund fünf Jahren ist es nun der Öffentlichkeit zugänglich. Da Einstein eine Nutzung seines Sommerhauses als Museum untersagte, befindet sich eine Dauerausstellung zu Leben und Werk Albert Einsteins im Bürgerhaus Caputh. Besonders sehenswert ist auch die Seilfähre am Fährhafen, die neben der Bahn die einzige Möglichkeit zur Überquerung der Caputher Gemünde zwischen Caputh und dem Ortsteil Klein Wentorf bietet. Jenseits der Fährquerung in Klein Wentorf liegt das Seebad Caputh, in dem sonnige, warme Tage zum Baden, Schwimmen und Sonnen genutzt werden können.
Vom Bahnhof Caputh Schwielowsee fährt die Regionalbahn zurück nach Potsdam.

Alternative für Nimmermüde:
Braumanufaktur - Forsthaus Templin

Wem die Beine nach dieser Radtour noch nicht zu schwer sind, kann sich mit einem ganz besonderen Ausflugsziel direkt gegenüber des Waldbades Templin belohnen. Dort wird die in Berlin bestens bekannte Bierspezialität aus der Braumanufaktur gebraut. Mit einem urgemütlichen Gastraum und einem Biergarten lässt sich der sportlich-anstrengende Tag locker ausklingen. Von hier sind es weitere 5 - 6 km bis zum Potsdamer Hauptbahnhof.


An- und Abfahrt

Hinfahrt:
RE1 oder S7 Berlin-Alexanderplatz • Berlin-Friedrichstraße • Berlin-Hbf • Berlin-Zoo bis Potsdam Hbf

Rückfahrt:
RB23 Caputh Schwielowsee bis Potsdam Hbf, umsteigen in den RE1 oder die S7 • Potsdam Hbf • Berlin-Zoo • Berlin-Hbf • Berlin-Friedrichstraße • Berlin-Alexanderplatz


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Tourerstellung
Friederike Brundiers

In Zusammenarbeit
Perspektivmedien UG

Länge
23 km

Dauer
6 - 7 Stunden

Schwierigkeitsgrad
Geländeprofil - flach


An- und Abfahrt

Hinfahrt:
RE1 oder S7 Berlin-Alexanderplatz • Berlin-Friedrichstraße • Berlin-Hbf • Berlin-Zoo bis Potsdam Hbf

Rückfahrt:
RB23 Caputh Schwielowsee bis Potsdam Hbf, umsteigen in den RE1 oder die S7 • Potsdam Hbf • Berlin-Zoo • Berlin-Hbf • Berlin-Friedrichstraße • Berlin-Alexanderplatz

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