Blick durch das ehemalige Berliner Tor

Im Vordergrund die Heilig-Geist-Kapelle im Hintergrund die Kirche St. Marien

Foto: André Eißer

Fachwerkhaus, Rosenstraße

Foto: André Eißer

Alte Apothekte Rosenstraße 5

Foto: André Eißer

Rathaus und Marktplatz

Foto: André Eißer

Marktbrunnen des Künstlers Christian Uhlig

Foto: André Eißer

Fachwerk-Bürgerhaus am Marktplatz

Foto: André Eißer

Blick vom Marktplatz auf St. Marien

Im Hintergrund eines der wenigen giebelseitig zur Straße stehenden Fachwerkgebäude in der Altstadt.

Foto: André Eißer

St. Marien, Kirchenschiff

Foto: André Eißer

St. Marien, Innenraum

Foto: André Eißer

Pfarrhaus und Pfarrgarten

Foto: André Eißer

Kirchturm, St. Marien

Foto: André Eißer

Skulpturenpark an der Seepromenade Mündesee

Foto: André Eißer

Blick vom ehem. Seetor in die Fischerstraße

Foto: André Eißer

Kirche des ehemaligen Franziskanerkloster

Foto: André Eißer

Bettelordengotik im Innenraum der Klosterkirche

Wird heute neben Gottesdiensten auch für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt.

Foto: André Eißer

Blick entlang der Klosterstraße

Foto: André Eißer

 

 

 

Stadtspaziergang Angermünde

Bettler, Ketzer und der Hauptmann von Köpenick

 8145     Die Tour in 16 Bildern     Tour auf Karte zeigen


Wer sich in knapp einer Bahnstunde von Berlin nach Angermünde aufmacht, reist zurück in die Geschichte der Uckermärkischen Ackerbürgerstädte, denn das historische Erscheinungsbild der Altstadt ist – während des Zweiten Weltkriegs weitgehend verschont – fast unverändert erhalten geblieben. Die Reste der alten Stadtmauer umgeben vielerorts sanierte Fachwerkbürgerhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die frühmittelalterliche Stadtkirche St. Marien und die imposante Klosterkirche in Bettelordensgotik, als einzig verbliebener Rest des Franziskanerklosters. Ebenjene waren für den schaurigen Beinamen der Stadt Angermünde mitverantwortlich, die bis ins 15. Jahrhundert auch als „Ketzer-Angermünde“ bekannt war. Noch bevor Papst Innozenz VIII. im Jahre 1487 zu einem Kreuzzug gegen die Waldenser aufrief, wurden durch das Inquisitionsgericht in Angermünde 14 Menschen der Ketzerei für schuldig befunden und auf dem Angermünder Marktplatz bei lebendigen Leibe verbrannt. An ihrer Verurteilung und Verfolgung beteiligten sich insbesondere die Franziskaner Mönche.


Tourerstellung: Friederike Brundiers
Länge: ca. 2,5 km • Dauer: 2-4 Stunden
Schwierigkeitsgrad: flach



Die Tour im Detail

Heute ist von dieser schaurigen Vergangenheit nichts mehr zu erahnen. Die Stadt begeistert den Besucher durch ein einmaliges Stadtbild, welches bis ins Detail entdeckt werden will. Der gemütliche Stadtspaziergang beginnt für Bahnreisende am Angermünder Bahnhof, der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Berlin-Stettiner Eisenbahn als einer der ersten Bahnhöfe Preußens eröffnet wurde.
Hinter dem Bahnhofsvorplatz beginnt linker Hand, der Berliner Straße folgend, die historische Altstadt, die der Besucher über das ehemalige „Berliner Tor“ nach nicht einmal 5 Minuten Fußweg erreicht. Das Tor wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts aufgrund des anwachsenden Verkehrs abgerissen.

Als erste Kirche auf dem Rundgang passiert man die kleine Heilig-Geist-Kirche, eine dreijochige Hallenkirche mit Sterngewölbe. Folgt man der Berliner Straße noch einen Häuserblock bis zur Rosenstraße gelangt man zum Burglehnhaus. Es sticht besonders durch seine Größe und aufwendige Putzfassade hervor, denn Besitzer waren ritterliche Gefolgsleute oder Adlige, die keine Abgaben an den Fürsten zu zahlen hatten.

Die Rosenstraße ist – neben dem Marktplatz - eine der liebevollsten sanierten Straßenzüge der Altstadt. Hier findet man zahlreiche kleine Geschäfte, darunter eine Buchhandlung mit einer guten Auswahl an regionaler Literatur und ein kleiner Kunsthandwerksladen. In der Rosenstraße Nummer 2 befindet sich eines der schönsten Häuser Angermündes, ein Händlerhaus, dessen Fachwerkkonstruktion bis heute erhalten ist. Drei Häuser weiter beheimatet ein Fachwerkhaus die Alte Apotheke. Wie an vielen anderen Punkten bietet auch hier eine rote Tafel interessante Informationen zur Nutzung und Geschichte des Gebäudes. Einige Schritte weiter gelangt man rechter Hand bereits zur Ratswaage in der Brüderstraße 20, hier befindet sich auch die Touristeninformation, in der man viele nützliche Informationen über Angermünde und Umgebung erhalten kann. Ursprünglich beherbergte dieses kleine eingeschossige Fachwerkhaus mit steilem Dach, die zum Abwiegen und Abmessen benötigten Maße und Gewichte.

Am Ende der Rosenstraße öffnet sich linker Hand der schöne Marktplatz in dessen Zentrum sich das Rathaus befindet, ein barockes Gebäude mit klassischer Fassade. Bereichert wird der Platz durch einen Marktbrunnen des Künstlers Christian Uhlig, der im Jahre 1999 eingeweiht wurde. Hinter dem Rathaus befindet sich das Gericht, welches Mitte des 19. Jahrhunderts seine Arbeit aufnahm und anfänglich auch als Gefängnis diente. In der Zelle Nummer 17 saß der Schustergeselle Wilhelm Voigt ein. Vielleicht schmiedete er hier bereits erste Pläne für seinen aufsehenerregenden Coup in Köpenick, der ihn den Spitznamen Hauptmann von Köpenick einbringen sollte. Seine Zelle im ersten Stock kann noch heute besichtigt werden.

Neben dem Gericht am Markt 23 befindet sich das Restaurant Wallenstein. Namensgeber ist natürlich ebenjener Feldherr, der sich während des 30jährigen Krieges in Angermünde aufgehalten haben soll. Das Haus in dem er der Legende nach in dieser Zeit verweilte, ist nicht mehr erhalten. Das jetzige Fachwerkbürgerhaus wurde an jener Stelle errichtet, an der es ursprünglich gestanden haben soll.

Biegt man vom Marktplatz rechts in den Hohen Steinweg ein, führt dieser direkt zur beeindruckenden Kirche St. Marien. Ihr Feldsteinmauerwerk stammt zum größten Teil aus ihrer Entstehungszeit im 13. Jahrhundert. Die Kirchentüren stehen allen Interessierten offen.

Die Kirchgasse führt zurück auf die Berliner Straße, diese rechts einbiegend gelangt man nach einigen Minuten zu den Überresten der Burg Angermünde. Hier ist viel Phantasie gefragt, um sich anhand der vergleichsweise kleinen Steinansammlungen an dieser Stelle eine Burganlage vorzustellen. Interessanter ist vielleicht der Skulpturenpark vor der ehemaligen Burg. Die Kunstwerke, die während des Angermünder Hartgesteinsymposiums entstehen, werden hier an der Burg, in der Altstadt und an der Mündeseepromenade für zwei Jahre - bis zum nächsten Symposium - ausgestellt. Die Skulpturen werden aus Findlingen geschaffen, welche die letzte Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren hier zurückließ.

Vom Schlosswall gelangt man schnell auf die Fischerstrasse, diese führt nach einiger Zeit zum Scharfrichterhaus. Hier ersteht wieder die dunkle Vergangenheit Angermündes auf. Ein Scharfrichter war nicht nur ein Henker, sondern ihm oblag auch die Tortur, also die Folter. Waren es gerade ruhige Zeiten verdiente er sein Geld mit der Abdeckerei, mit dem Verarbeiten toter Tiere und dem Verkauf ihrer Häute und Felle.

Die Tour endet mit zwei beeindruckenden Kirchenbauten. Die Martinskirche befindet sich direkt hinter dem Scharfrichterhaus, sie wurde erst im Jahre 1854 errichtet und dokumentiert so die späte Anerkennung der „altlutherischen“ Gemeinde.

Die letzte Kirche auf dem Rundgang ist die große Klosterkirche. Von der Martinskirche führt die Jägerstraße über die Schleusenstraße direkt zum Klosterplatz. Dass der Kirchenbau bereits den bekannten klassizistischen Architekten Karl Friederich Schinkel imponierte überrascht nicht. Die Kirche ist der einzig erhaltene Bau der ehemaligen Klosteranlage der Franziskanermönche. Die fast 30 Meter hohe zweischiffige Hallenkirche beeindruckt nicht nur durch ihre für den Bettelorden der Franziskaner ungewöhnliche Größe sondern auch durch ihre Wandmalereien und verzierten Gewölbe. Die Kirche wird heute als kulturelle Begegnungsstätte genutzt.

Wer nach diesem Stadtrundgang vor der Heimreise eine Pause einlegen möchte und das Gesehene Revue passieren lassen will, kann über die gegenüberliegende Klostergasse zurück zum schönen Marktplatz laufen. Das Café Schmidt bietet Kaffee und Kuchen, im Wallenstein kann auch ein großer Hunger gestillt werden.


An- und Abfahrt

Anfahrt mit der Bahn: RE3 stündlich ab Bln-Hbf • Bln-Gesundbrunnen • Bernau • Eberswalde • Britz • Chorin • Angermünde, Fahrtzeit ca. 50 Minuten

Anfahrt mit dem Auto: Fahrzeit (ab Alexanderplatz) ca. 1 Stunde • 86km A10 • nördlicher Berliner Ring A11 Richtung Prenzlau/Stettin • Abfahrt Joachimstal • B198 Richtung Angermünde (17km)


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Tourerstellung
Friederike Brundiers

Länge
ca. 2,5 km

Dauer
2-4 Stunden

Schwierigkeitsgrad
flach


An- und Abfahrt

Anfahrt mit der Bahn: RE3 stündlich ab Bln-Hbf • Bln-Gesundbrunnen • Bernau • Eberswalde • Britz • Chorin • Angermünde, Fahrtzeit ca. 50 Minuten

Anfahrt mit dem Auto: Fahrzeit (ab Alexanderplatz) ca. 1 Stunde • 86km A10 • nördlicher Berliner Ring A11 Richtung Prenzlau/Stettin • Abfahrt Joachimstal • B198 Richtung Angermünde (17km)

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